Mechernich/Leiblfing/Mönchengladbach – Neue Kirchen, neue Gemeinden und zunächst viele unbekannte Gesichter: Zwei Priester, die dem Ordo Communionis in Christo in Mechernich eng verbunden sind, haben neue Wirkungsstätten übernommen. Der aus Uganda stammende Father Patrick Mwanguhya, der fünf Jahre im Mutterhaus der Communio in Mechernich lebte und wirkte, versieht seit Anfang September seinen Dienst als Kaplan im niederbayerischen Pfarrverband Leiblfing.
Pater Jean Elex Normil aus Haiti wurde am vergangenen Sonntag im Mönchengladbacher Vitusmünster als Seelsorger des Pastoralen Raumes Mönchengladbach Mitte-Nordost vom Leitenden Pfarrer Dr. Peter Blättler vorgestellt.
Anfang September hatte Diakon Manfred Lang den 40-jährigen Father Patrick im Auftrag von Generalsuperior Father Jaison Thazhathil und des Ordo Communionis in Christo von Mechernich nach Leiblfing begleitet. Der Ort liegt im fruchtbaren Gäuboden des Landkreises Straubing-Bogen und gehört zum Bistum Regensburg.
Der dortige Pfarrverband umfasst neben Leiblfing die Ortschaften Metting, Hailing, Schwimmbach und Hankofen. Pfarrer Leo Heinrich und die Menschen in den Gemeinden nahmen ihren neuen Kaplan mit offenen Armen auf. Zu den ersten, die ihn im Pfarrhaus willkommen hießen, gehörte auch eine äthiopische Familie, die dort gegenwärtig Kirchenasyl gefunden hat.
Noch am Abend seiner Ankunft stand Patrick Mwanguhya gemeinsam mit Pfarrer Leo Heinrich am Altar der Kirche St. Johannes Evangelist in Metting. Mit der dort versammelten Gemeinde feierten die beiden Geistlichen die Eucharistie. In den folgenden Tagen und Wochen wurde der neue Kaplan nach und nach auch in den übrigen Kirchen des weitläufigen Pfarrverbandes vorgestellt.
„Ich bin sehr glücklich, hier bei Ihnen zu sein“, schrieb Patrick später im Pfarrbrief. Besonders dankte er Pfarrer Heinrich und den Menschen in Leiblfing für den herzlichen Empfang. Er versprach, ihnen nach besten Kräften zu dienen und mit ihnen zusammenzuarbeiten.
Fünf Jahre bei der Communio
Der am 7. Juli 1986 in Fort Portal geborene und 2018 zum Priester geweihte Ugander war im Oktober 2021 von seinem Heimatbischof Dr. Robert Kisaija Muhiirwa nach Mechernich entsandt worden. Fünf Jahre lang lebte er im Mutterhaus der Communio in Christo und versah seinen priesterlichen Dienst insbesondere in den Einrichtungen ihres Sozialwerks.
Seine Seelsorge galt den Bewohnern der Langzeitpflege Communio in Christo, den Gästen des Hospizes Stella Maris und den Bewohnern des Seniorenpflegeheims Haus Effata in Blankenheim. Darüber hinaus feierte er Gottesdienste in den Gemeinden des heutigen Pastoralen Raumes St. Barbara Mechernich, begleitete Wallfahrten und wurde für viele Menschen zu einem vertrauten Weggefährten.
Nun kehrt er als Kaplan verstärkt in die klassische Pfarrseelsorge zurück. In Leiblfing wohnt er im Pfarrhaus unmittelbar neben der Kirche und arbeitet unter der Leitung von Pfarrer Leo Heinrich. Die Verbindung zur Communio in Christo soll auch über die große räumliche Entfernung hinweg bestehen bleiben.
„Zusammen geht was“
Nur wenige Wochen nach Patricks Wechsel wurde mit Pater Jean Elex Normil CS ein weiterer der Mechernicher Gemeinschaft nahestehender Priester an seiner neuen Wirkungsstätte willkommen geheißen. Gemeinsam mit Propst Dr. Peter Blättler feierte er am Sonntag die Eucharistie in der Münster-Basilika St. Vitus.
Seine Vorstellung war in den Caritassonntag eingebettet, den die Münsterpfarre gemeinsam mit dem Caritasverband Region Mönchengladbach beging. „Zusammen geht was“ lautete das Motto, das auf großen farbigen Bannern auch im Altarraum zu lesen war.
Es blieb nicht bloß Überschrift: Zahlreiche Mitwirkende, darunter vor allem ehrenamtlich engagierte Frauen der Caritas, gestalteten die Liturgie mit und bezogen die Gottesdienstbesucher aktiv ein. Die Eröffnungsansprache hielt Frank Polixa, Geschäftsführer des Caritasverbandes Region Mönchengladbach, der seit 2011 an der hauptamtlichen Spitze des Verbandes steht.
Einen feierlichen Akzent setzten die Schützen. In Uniform und mit ihrer Standarte zogen sie zu Beginn der Eucharistiefeier durch das Kirchenschiff in das Münster ein. Die Pfarre Sankt Vitus ist mit zwei traditionsreichen Schützengemeinschaften verbunden, der St.-Vitus-Laurentius-Bruderschaft Mönchengladbach-Stadtmitte und der St.-Vitus-Martinus-Bruderschaft Mönchengladbach-Eicken.
Der Gottesdienst verband damit drei Anliegen: die Vorstellung des neuen Seelsorgers, das öffentliche Bekenntnis der Schützen zu Glauben und Gemeinde sowie den Auftrag der Caritas, Menschen in Not nicht allein zu lassen.
Vom Vitusmünster in Pastoralen Raum
Pater Elex gehört künftig zum Pastoralteam des Pastoralen Raumes Mönchengladbach Mitte-Nordost. Schwerpunkte seines Dienstes liegen in den Pfarreien Maria von Magdala und Maria von den Aposteln. Vorerst lebt er bei den Salvatorianerinnen im Kloster Neuwerk; später soll er eine eigene Priesterwohnung beziehen.
Der aus Haiti stammende Ordensmann gehört der Kongregation der Missionare vom heiligen Karl Borromäus an, die nach ihrem Gründer auch Scalabrinianer genannt werden. Das Ordenskürzel lautet CS. Die Gemeinschaft widmet sich traditionell besonders der Seelsorge für Migranten und Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten.
Pater Elex studierte von 2002 bis 2007 in Rom Theologie und wurde 2007 zum Priester geweiht. Im selben Jahr kam er nach Deutschland. Zunächst leitete er kommissarisch die italienische katholische Mission in Düsseldorf, anschließend war er Kaplan in Frechen. Von 2011 bis 2018 wirkte er als internationaler Jugendseelsorger im Erzbistum Köln.
Weitere Stationen waren die Seelsorgebereiche Köln-Brück/Merheim sowie Köln-Bickendorf/Ehrenfeld/Ossendorf und später der Wuppertaler Seelsorgebereich Barmen–Wupperbogen Ost. Im Februar 2025 wechselte er in den Pastoralen Raum Heiliger Matthias Blankenheim/Dahlem im Bistum Aachen.
Auch dort blieb er der Communio in Christo eng verbunden. Regelmäßig feierte er mit der Gemeinschaft die Eucharistie und nahm an geistlichen und gemeinschaftlichen Veranstaltungen teil. Nun setzt er diese Verbindung von Mönchengladbach aus fort.
Pilger begrüßten Pater Elex
Zur Vorstellung im Vitusmünster waren auch Mitglieder der bereits 1142 gegründeten Sankt-Matthias-Pilgerbruderschaft Mönchengladbach-Stadt gekommen. Sie dokumentierten damit eine Verbundenheit, die nicht allein auf dem gemeinsamen Pilgerweg zum Grab des Apostels Matthias in Trier gewachsen ist.
Zu den Teilnehmern gehörten Präfekt Uwe Roth und Diakon Manfred Lang. Der stellvertretende Generalsuperior de Communio überbrachte Pater Elex zugleich die guten Wünsche des Ordo Communionis in Christo und seines Generalsuperiors Father Jaison Thazhathil.
So unterschiedlich die neuen Einsatzorte im niederbayerischen Gäuboden und am Niederrhein erscheinen: Beide Priester nehmen etwas mit, das zum geistlichen Selbstverständnis der Communio in Christo gehört. Gemeinschaft endet nicht an Pfarr-, Bistums- oder Landesgrenzen. Sie bewährt sich dort, wo Menschen miteinander Eucharistie feiern, einander aufnehmen und bereit sind, gemeinsam neu anzufangen. Pater Elex stellte bei seiner Vorstellung im Gladbacher Münster seine Sendung für die Liebe Gottes zu den Menschen und die Nächstenliebe in den Mittelpunkt. Eine Botschaft, die exakt zum Caritassonntag passte, fand nicht nur Propst Blättler.
pp/Agentur ProfiPress