Sieben Kirchen, ein Papst und 45 Pilger

„Freunde Roms“ führten Wallfahrer aus Wachendorf und Umgebung eine Woche lang durch die Ewige Stadt – Von Apostelgräbern und Papstaudienz bis Pompeji, Katakomben und Rom bei Nacht – Nächste Reise mit dem Pastoralen Raum St. Barbara Mechernich und der Communio in Christo vom 20. bis 27. April 2027 - Info-Treffen am Montag, 9. November, um 18.30 Uhr im Johanneshaus in Mechernich

Mechernich-Wachendorf/Rom – Wachendorf hatte eine Woche lang weniger Einwohner, Rom dafür 45 Pilger mehr, Frauen und Männer zwischen 14 und 80 Jahren aus Eifel und Voreifel. Organisiert worden war die Wallfahrt einmal mehr von der im Ort ansässigen Gemeinschaft der Freunde Roms e.V. unter ihrem Vorsitzenden Hans-Diethard Eichinger-Heß.

Er weiß, wo in Rom die großen Sehenswürdigkeiten und auch die stilleren geistlichen Türen zu finden sind: Bereits als 15-Jähriger erlebte Eichinger-Heß 1975 seine erste Papstaudienz, seither hat er Dutzende Pilger- und Studienreisen in die Ewige Stadt organisiert und begleitet, zuletzt im Heiligen Jahr 2025 für den Pastoralen Raum St. Barbara Mechernich und den Ordo Communionis in Christo; im April 2027 führt er erneut eine Mechernicher Gruppe nach Rom. 

Kaum in Rom gelandet, brachte der während des gesamten Aufenthalts zur Verfügung stehende Bus die aktuellen Pilger auf den Gianicolo, von dem sich die Stadt wie ein gewaltiges Geschichtsbuch ausbreitet. Zu Fuß ging es von dort nach Trastevere zum Mittagessen in einem der „römischsten“ Viertel der Metropole.

In San Paolo fuori le Mura, St. Paul vor den Mauern, standen die Wallfahrer am Grab des Völkerapostels Paulus. Eindruck machten nicht nur die gewaltigen Dimensionen der Papstbasilika, sondern auch die berühmte Reihe der Papstmedaillons von Petrus bis Leo XIV.

Untergebracht war die Gruppe in der Villa Monte Mario oberhalb des Vatikans. Dort entwickelte sich schnell ein Ritual, das Eichinger-Heß für mindestens ebenso wichtig hält wie die Besichtigungen: gemeinsames Essen – und anschließend Zusammensitzen auf der Gartenterrasse bei Wein, Wasser und Knabbereien.

Sehen und erkunden

Die Reise war ausdrücklich keine „Rallye“ zu allen verfügbaren Sehenswürdigkeiten. Morgengebete, gemeinsame Messfeiern, Besuche der Apostelgräber und der großen Kirchen der Ewigen Stadt gehörten ebenso zum Programm wie Kolosseum, Forum Romanum, Kapitol, Spanische Treppe oder Trevi-Brunnen. Auch San Giovanni in Laterano, die Kathedrale des Bischofs von Rom und „Mutter und Haupt aller Kirchen der Stadt und des Erdkreises“, wurde natürlich „erpilgert“.

Vatikanische Gärten und Museen standen anderntags auf dem Besuchsplan. Drei Stunden dauerten die Führungen, ehe es nachmittags hinaus an die Via Appia zur Basilika San Sebastiano fuori le Mura und in die Sebastianus-Katakomben ging. Dort feierte die Gruppe eine Pilgermesse mit Pfarrer Christian Böck, dem Leiter des deutschsprachigen Pilgerzentrums in Rom.

Auf dem Petersplatz nahmen die 45 Pilger an der Generalaudienz von Papst Leo XIV. teil. Der Heilige Vater sprach an diesem 28. Oktober über das Verhältnis von Glaube und Kultur in der Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“ des Zweiten Vatikanischen Konzils. Glaube dürfe sich, so Leo XIV., nicht gegen die Welt und ihre Kultur abschotten, sondern müsse das Denken, Fühlen und Leben der Menschen durchdringen und mit ihnen in Dialog treten.

Nach der Audienz feierte Pfarrer Böck mit den Eifelpilgern in Santa Maria della Pietà auf dem Campo Santo Teutonico die Heilige Messe. Als Dank bekam der Rom-Seelsorger Bad Münstereifeler Printen und eine Kerze mit dem Emblem der „Freunde Roms“.

Und weil rheinische Pilger selbst in Rom ein Stück Karneval im Gepäck haben können, gab es noch eine Premiere: Michael Bier, Präsident der Großen Karnevals-Gesellschaft Greesberger Köln von 1852, zeichnete Pfarrer Böck mit dem Sessionsorden der Gesellschaft aus. Die Greesberger feiern 2027 ihr 175-jähriges Bestehen. Bier steht seit 2025 an ihrer Spitze, Eichinger-Heß gehört dem Vorstand als Beisitzer an.

Ein Tagesausflug führte nach Pompeji. Anstrengend sei der Tag gewesen, berichteten die Reisenden hinterher – aber auch „wahnsinnig erlebnisreich“. Der Freitag führte schließlich dorthin, wohin Rompilger seit Jahrhunderten ziehen: zum Grab des Apostels Petrus unter dem Petersdom. Am Abend zeigte Rom den Voreifelern und Eifelern noch ein anderes Gesicht: Die Gruppe fuhr nach dem gemeinsamen Essen erneut in die Innenstadt und erlebte die Spanische Treppe und die Fontana di Trevi im nächtlichen Lichterglanz.

Am Reformationstag ging es auf die Engelsburg und durch den Passetto di Borgo, jenen befestigten Verbindungsgang, durch den sich Päpste in gefährlichen Zeiten zwischen Vatikan und Castel Sant’Angelo in Sicherheit bringen konnten. Über Sant’Ignazio, Pantheon und Piazza Navona erreichten die Pilger schließlich Santa Maria dell’Anima, die Kirche der deutschsprachigen katholischen Gemeinde, zur Vorabendmesse von Allerheiligen.

Auf der Fährte Philipp Neris

Auf der Heimfahrt wurden am Sonntag noch Santa Croce in Gerusalemme mit den dort verehrten Kreuzreliquien, die der Überlieferung nach auf die heilige Helena zurückgehen, sowie San Lorenzo fuori le Mura besucht. Damit hatte die Gruppe alle sieben traditionellen Pilgerkirchen Roms aufgesucht.

Das sind Petersdom, St. Paul vor den Mauern, San Giovanni in Laterano, Santa Maria Maggiore, Santa Croce in Gerusalemme, San Lorenzo fuori le Mura und San Sebastiano. Der Rundgang zu diesen sieben Kirchen ist eine jahrhundertealte römische Pilgertradition, die besonders mit dem heiligen Philipp Neri und dem 16. Jahrhundert verbunden ist. Ein Abstecher nach Tivoli mit der Villa d’Este setzte den kulturellen Schlusspunkt, bevor es zum Flughafen ging.

Was blieb, ließ sich für Diethard Eichinger-Heß nicht auf einer Liste besichtigter Kirchen und Monumente abhaken. Entscheidend seien Morgengebet und Eucharistie, die Apostelgräber und das Gebet am Petrusgrab, die Begegnung mit dem Papst – aber ebenso die Mahlzeiten, Gespräche und das gegenseitige Achtgeben gewesen.

Dass dieses Konzept bei 14- wie bei 80-Jährigen funktioniert habe, freute die Organisatoren besonders. Eine Nachricht nach der Rückkehr brachte für Eichinger-Heß den eigentlichen Sinn der Reise auf den Punkt: Rom sei wunderschön gewesen – und der eigene Glaube habe durch die Pilgerfahrt neue Stärke bekommen.

Mechernich folgt im April

Für Pilger aus Mechernich und Umgebung ist dieser Erlebnisbericht zugleich ein Vorgeschmack. Vom 20. bis 27. April 2027 gehen der Pastorale Raum St. Barbara Mechernich und der Ordo Communionis in Christo erneut gemeinsam auf Romwallfahrt. Organisiert wird auch diese Reise von der Gemeinschaft der Freunde Roms um Hans-Diethard Eichinger-Heß. Bereits im Heiligen Jahr 2025 hatte eine 40-köpfige Mechernicher Gruppe mit Eichinger-Heß und Father Patrick Mwanguhya Rom besucht.

Auch 2027 soll die Gruppe wieder in der Villa Monte Mario wohnen. Geplant sind unter anderem Papstaudienz, Petersdom und Apostelgräber, Gottesdienste in Santa Maria dell’Anima, am Campo Santo Teutonico und in Santa Cecilia in Trastevere, außerdem Vatikanische Museen, antikes Rom sowie Ausflüge nach Pompeji und Tivoli. Der bislang veröffentlichte Reisepreis liegt bei 1590 Euro einschließlich Flug, Transfers, Unterbringung mit Halbpension und gemeinsamem Grundprogramm. Das erste Info-Treffen findet am Montag, 9. November, um 18.30 Uhr im Johanneshaus in Mechernich statt. Herzliche Einladung von Pilgerleiter Diethard Eichinger-Hess und dem Geistlichen Begleiter Diakon Manfred Lang.

pp/Agentur ProfiPress