Wehmut mit Aussicht auf Wiedersehen

Pastoraler Raum St. Barbara und die Rompilger verabschiedeten Pfarrer Patrick Mwanguhya – Der 40-jährige Ugander verlässt Mechernich nach fünf Jahren Richtung Bistum Regensburg – „Wir hätten Dich liebend gerne wieder mitgenommen“

Mechernich/Kommern – Manchmal zeigt sich erst beim Abschied, wie selbstverständlich jemand dazugehört. Gleich zweimal wurde das am Sonntag deutlich, als der Pastorale Raum St. Barbara beim Sonntagsgottesdienst in der Alten Kirche von Mechernich und die Rompilger von 2025 im Kommerner Restaurant „Stollen“ Pfarrer Patrick Mwanguhya nach Bayern verabschiedeten.

Dort tritt der 40-jährige aus Uganda stammende katholische Geistliche am 1. September eine neue Stelle in einer kleineren Gemeinde bei Straubing (Bistum Regensburg) an. Father Patrick hatte fünf Jahre beim Ordo Communionis in Christo, dessen Mutterhaus sich an der Mechernicher Bruchgasse befindet, Deutsch gelernt und seinen priesterlichen Dienst versehen. 2025 begleitete er eine Gemeinschaftswallfahrt von Pastoralem Raum und Communio anlässlich des Heiligen Jahres seelsorgerisch nach Rom.

Der eigentliche Dienst des aus Fort Portal stammenden Priesters hatte seit Oktober 2021 den Menschen in den Pflegeeinrichtungen und im Hospiz des Sozialwerks der Communio in Christo gegolten. Aber auch darüber hinaus war Patrick ein vertrautes Gesicht im kirchlichen Leben am Bleiberg geworden.

Das brachte der Leitende Pfarrer des Pastoralen Raumes St. Barbara, Erik Pühringer, beim Sonntagsgottesdienst in der Alten Kirche zum Ausdruck. Er dankte Patrick insbesondere für dessen humorvolle, unkomplizierte und menschenfreundliche Art und für die Bereitschaft, mit anzupacken, wo priesterliche Hilfe gebraucht wurde.

Pfarrer Patrick feierte Gottesdienste im Pastoralen Raum, begleitete Wallfahrten und war bei kirchlichen Ereignissen dabei. So gehörte er beim traditionellen Sankt-Georgs-Ritt in Kallmuth zu den Geistlichen auf dem Sakramentenwagen und wirkte bei der Wallfahrt zum Schmerzensfreitag als Zelebrant mit. Auch bei der gemeinsamen Fronleichnamsfeier 2025 von der Communio zur Pfarrkirche St. Johannes Baptist gehörte Patrick zu den mitwirkenden Geistlichen. Beim Diamantenen Priesterjubiläum von Pfarrer Felix Dörpinghaus vertrat er die Communio in Christo.

Im Petersdom am Altar

Dass sich am Sonntagabend noch eine zweite Abschiedsrunde versammelte, hatte mit einer Reise zu tun, die offenbar besondere Verbindungen geschaffen hat. Im Heiligen Jahr 2025 war Father Patrick geistlicher Begleiter der gemeinsamen Wallfahrt von Pastoralem Raum und Communio in Christo nach Rom.

42 Pilger aus Mechernich und Umgebung waren damals vom 20. bis 27. März 2025 in der Ewigen Stadt unterwegs. Patrick Mwanguhya und Wallfahrtsorganisator Hans-Diethard Eichinger-Hess und seine Frau Marion begleiteten die Gruppe.

Die täglichen Gottesdienste gehörten zu den Fixpunkten der Reise. Mit zahlreichen deutschsprachigen Priestern feierte der Ugander die Sonntagsmesse in Santa Maria dell’Anima, der deutschen Nationalkirche in Rom. Einen Tag später stand er mit den Mechernicher Pilgern sogar in einer Kapelle des Petersdoms am Altar. Auch das Petrusgrab unter der Basilika konnte die Gruppe besuchen.

Diese gemeinsamen Erlebnisse hatten aus einer Reisegruppe eine Pilgergemeinschaft werden lassen. Eichinger-Heß berichtete anschließend, er habe „selten eine so harmonische Gruppe erlebt“. Gottesdienste im Petersdom, in den Katakomben und in Santa Maria dell’Anima sowie das Durchschreiten der Heiligen Pforten gehörten zu den Erfahrungen, die vielen Teilnehmern in besonderer Erinnerung blieben.

„Gerne wieder mitgenommen“

So war die Atmosphäre auch bei Patricks zweiter Verabschiedung am Sonntagabend im Restaurant „Stollen“ in Mechernich-Kommern herzlich und familiär. Ehemalige Mitpilger waren zusammengekommen, um ihrem geistlichen Begleiter von 2025 Lebewohl zu sagen.

Wallfahrtsleiter Hans Diethard Eichinger-Heß erinnerte an die unkomplizierte und freundliche Art des Priesters während der gemeinsamen Tage in Rom. Und er brachte das Bedauern der Gruppe auf einen einfachen Satz: „Wir hätten Dich liebend gerne wieder mitgenommen.“

Denn die nächste Gemeinschaftswallfahrt von Pastoralem Raum St. Barbara Mechernich und Ordo Communionis in Christo ist bereits geplant. Vom 20. bis 27. April 2027 soll es erneut in die Ewige Stadt gehen. Dann aber wird Pfarrer Patrick längst einige hundert Kilometer weiter südöstlich leben. Sein Weg führt ihn zum 1. September ins Bistum Regensburg, wo er künftig in einer Gemeinde im Raum Straubing wirken soll.

„Alles verändert sich, und man muss auch allen Veränderungen etwas Positives abgewinnen“, sagte Eichinger-Heß. Father Patrick werde nun andere Menschen und eine andere Mentalität kennenlernen. Trotzdem sei „ein bisschen Wehmut“ dabei, wenn man ihn ziehen lasse. Der Wallfahrtsleiter versprach, den Kontakt nicht abreißen zu lassen. Sicher werde sich eine Gelegenheit finden, den ehemaligen Mechernicher Weggefährten einmal in Süddeutschland zu besuchen.

Und weil Eichinger-Heß als erfahrener Romfahrer offenbar selbst beim Abschied in Wallfahrtskategorien denkt, war eine neue Idee schnell geboren: Vielleicht könne man daraus irgendwann sogar eine Pilgerfahrt machen. „Altötting ist in der Nähe“, half Patrick Mwanguhya schmunzelnd nach. Es passte zu einem Abschied, bei dem immer wieder gelacht wurde und trotzdem niemand verbergen musste, dass das Fortgehen schmerzt.

pp/Agentur ProfiPress